Was ist Cranio-Sacral-Therapie?

Cranio-Sacral-Therapie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die mit dem rhythmischen Pulssystem der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit arbeitet. Dieses physiologische Prinzip erhält seinen Namen von den beteiligten Knochen des Schädels, CRANIUM, der über die Wirbelsäule mit dem Kreuzbein, SACRUM, verbunden ist.

Die Hirn- und Rückenmarkshäute, der Liquor (die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit), die liquorproduzierenden Hirnventrikel und die oben erwähnten Knochen bilden ein gemeinsames Gefüge, dessen Aufgabe es ist, die „inneren Voraussetzungen" für unser zentrales Nervensystem (ZNS) zu schaffen.

Craniosacral Therapie ist eine empirisch begründete Behandlungsform des Craniosacralen Systems. Dieses hat durch seine zentrale Lage einen weitreichenden Einfluss auf das vegetative Nervensystem, das Drüsensystem, das Immunsystem und die psycho-physiologischen Abläufe.

Anatomische Grundlagen

Die Hirnventrikel sind ausgedehnte, mit Liquor gefüllte Hohlräume im Inneren des Gehirns, die durch Foramina und Verbindungsstrukturen (beispielsweise den Aquaeductus mesencephali) miteinander kommunizieren.

Das Ventrikelsystem besteht aus 4 Ventrikeln und stammt aus dem Zentralkanal des Neuralrohrs durch unterschiedliche Wachstumsvorgänge. Dieses Hohlraumsystem enthält Liquor cerebrospinalis und wird als innerer Liquorraum bezeichnet. Der äußere Liquorraum liegt zwischen Arachnoidea und Pia mater. Beide Räume kommunizieren im Bereich des 4. Ventrikels miteinander.

Ausguss des Ventrikelsystems, Seitenansicht von rechts
Ausguss des Ventrikelsystems, Seitenansicht von rechts.
Quelle: Wikipedia: Liquorraum

Das Gehirn weist je einen Seitenventrikel in jeder Großhirnhemisphäre, einen 3. Ventrikel im Diencephalon und den 4. Ventrikel im Rhombencephalon auf. Die in den Ventrikeln befindlichen Plexus choroidei sezernieren den Liquor.

Seitenventrikel (Ventriculi laterales)

Die beiden Seitenventrikel liegen im Großhirn; ihre komplexe Form mit Ober-, Unter- und Hinterhorn entsteht durch die entwicklungsgeschichtlich bedingte Rotation des Großhirns. Sie gliedern sich jeweils in folgende Abschnitte:

  • Cornu frontale im Frontallappen. Er wird begrenzt vom Septum pellucidum medial, vom Kaudatumkopf lateral und vom Balken
  • Pars centralis über dem Thalamus
  • Cornu temporale im Temporallappen
  • Cornu occipitale im Occipitallappen

Zwischen Pars centralis und Cornu frontale liegt das Foramen interventriculare (Foramen Monroi). Durch die Foramina interventricularia stehen die beiden Seitenventrikel mit dem 3. Ventrikel in Verbindung.

Dritter Ventrikel (Ventriculus tertius cerebri)

Der unpaare dritte Ventrikel liegt im Diencephalon unterhalb des Corpus callosum. Es handelt sich um einen unpaaren, spaltförmigen Raum in der Medianebene. Die Seitenwand wird vom Thalamus und Hypothalamus gebildet. Zwischen den beiden Thalami besteht eine Adhaesio interthalamica. Der dritte Ventrikel steht über die Foramina Monroi (Foramina interventricularia) mit den Seitenventrikeln in Verbindung und mündet dorsal in den Sylvius'schen Kanal (Aquaeductus mesencephali), über den er mit dem 4. Ventrikel in Verbindung steht.

Vierter Ventrikel (Ventriculus quartus cerebri)

Der 4. Ventrikel liegt im Rhombencephalon im Bereich der Rautengrube und hat die Form einer Raute. Nach beiden Seiten entsendet er einen langen Recessus lateralis, an dessen Ende sich jeweils die Apertura lateralis (Foramen Lutschkae) befindet. Median liegt die Apertura mediana (Foramen Magendi). Durch die 3 Foramina kommuniziert der 4. Ventrikel mit den äußeren Liquorräumen.

Indikationen

Die Cranio-Sacral-Therapie kann bei folgenden Beschwerdebildern unterstützend eingesetzt werden:

  • Chronische Schmerzzustände
  • Depressive Verstimmungen
  • Downsyndrom
  • Folgen von Unfällen und Stürzen
  • Hyperaktivität bei Kindern
  • Kiefergelenksbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Psychosomatische Krankheitsbilder
  • Rückenschmerzen
  • Schleudertrauma
  • Schulschwierigkeiten
  • Skoliose
  • Stress und dessen Folgeerscheinungen
  • Tinnitus
  • Während der Schwangerschaft und nach der Geburt